erbsenzähler, klugscheisser, besserwisser...
bezeichnungen für leute, die immer andere berichtigen, ungeachtet dessen, ob es stimmt oder nicht. ich werde auch öfter so bezeichnet, aber es ist mir eigentlich egal. wenn etwas nicht richtig ist, muss es eben verbessert werden. aber warum eigentlich?
es gibt für alles regeln, grundsätze und definitionen. ob man es nun glaubt oder nicht, solche dinge haben eine daseinsberechtigung, denn schliesslich sollen diese alles einfacher gestalten, konform machen. das widerrum soll diskussionen überflüssig machen, was falsch und was richtig ist. es muss ja nicht unbedingt gut oder besser sein als etwas anderes, aber es erleichtert uns so einiges. ich nenn es einfach mal normgerecht. und wozu das ganze?
jeder kennt das, handy leer, kein ladegerät, und zu hause ist man auch nicht. aber vielleicht hat ja derjenige, bei dem ich zu besuch bin ein ladegerät. natürlich hat er eins, aber was zum teufel ist das für ein stecker? da zum beispiel waren sich die hersteller ewig nicht einig, jeder hat sein eigenen stecker. ist doch doof, oder?
aber darum gehts eigentlich nicht, sondern um die besserwisser. warum machen die das, und was bringt es eigentlich, wenn man jemand auf einen fehler hinweist?
es geht nicht darum, das derjenige, der hier als besserwisser betitelt wurde, es besser weiss. es geht viel mehr darum, das derjenige darauf hinweist, das da ein fehler ist, den man so nicht stehenlassen kann, damit dieser nicht verkehrt weitergegeben wird. die folge wäre, das man sich um normen nicht mehr bemüht, und jeder seine eigene definition schafft. wobei ich jetzt mal das ladekabel vorschiebe, der sachverhalt ist der gleiche. ich bin mit sicherheit nicht der einzige, der sich bei der rechtschreibreform über manche dinge nur wundern konnte. nun bringt man den kindern die neue rechtschreibung bei, während die alten eben nach der alten rechtschreibung schreiben. während also die einen mit neuen regeln arbeiten, arbeiten die anderen mit alten. das problem dabei ist nicht mal, was ist denn nun richtig, sondern eher, was ist, wenn 2 mit unterschiedlicher rechtschreibung aufeinandertreffen? am ende einer diskussion hätten ja beide recht. das kann aber nicht sinn der sache sein.
schwieriger hingegen wird es, wenn man jemanden immer wieder auf die gleichen fehler hinweisen muss. ganz spontan fällt mir dazu das wort einzige ein. dieses wort kann man genauso wenig steigern wie tot oder schwanger. trotzdem sagen viele leute einzigste, obwohl es dieses wort gar nicht gibt. töter oder schwangerer übrigens auch nicht. nur drauf hinweisen darf man nicht, dann wird man nämlich als klugscheisser bezeichnet.
komplizierter ist es bei sätzen mit den worten ihn, ihm, meinem und so weiter. die meisten machen es sich beim wort meinem einfach, sie schreiben einfach mein. dabei braucht man für die korrekte schreibweise nicht mal den fall zu wissen, sondern sollte sich die passende frage stellen. ist einfacher gesagt als getan, denn viele können zwischen wem (ihm), wessen (seine) und wen (ihn) nicht unterscheiden. kurioser weise sprechen die leute gar nicht so wie sie schreiben.
schlussendlich geht es gar nicht darum, ob einer etwas besser weiss, sondern um die erhaltung solcher definitionen oder regeln. viele dinge wären gar nicht möglich, wenn man das eine oder andere nicht (richtig) beherrscht. eine internetseite besteht nur aus befehlen. müsste man die programmierung an die fehler aller anpassen, dann wäre das ein sinnloses unterfangen. würde ich zeitung lesen wollen, und dort wären dauernd rechtschreibfehler, ich würde keine zeitung mehr lesen, weil man ja mehr mit korrektur beschäftigt wäre als mit lesen. scrabble spielen wird eher zur tortour, wenn man dauernd anderer meinung ist, wie was geschrieben wird (aber was tut man nicht alles für viele punkte). kreuzworträtsel wären immer verkehrt, und die sat1-glücksrad wäre gar nicht möglich gewesen.
schlimmer wird es bei grammatik, dem satzbau (schriftlich). während man bei der rechtschreibung ja noch erkennt, worum es geht, bauen manche leute sätze zusammen, bei denen die eigentliche info aus dem kontext gerissen wird. im nachhinein fragen die sich dann , warum sie keiner versteht. man fragt sich dann schonmal, ob da jemand schreibt, der der deutschen sprache nicht mächtig ist. wenn man nun versucht, den eigentlichen sinn des geschriebenen zu erkennen, interpretiert man es garantiert verkehrt. im übrigen sprechen auch diese leute nicht so wie sie schreiben. jemanden im schriftlichen auf verkehrte grammatik hinzuweisen bringt übrigens gar nichts. unter umständen bekommt man nur ärger.
da kann man immer nur hoffen, das eltern, die solche schwierigkeiten haben, mit ihren kindern keine hausaufgaben machen. besser wäre, die eltern sind nur stille zuschauer, wenn ihre kinder das machen. vielleicht hilft das ja. übrigens sollte man sowas nicht laut sagen, das gibt mehr als ärger. dabei ist diese aussage nicht böse gemeint, sondern lediglich ein guter rat.
ich bin selbst ein besserwisser, erbsenzähler, klugscheisser, krümelkacker. ich kenne genug leute, die eben solche fehler machen. bei vielen überseh ich das einfach, obwohl das nicht richtig ist. und wenn ich auf fehler hinweise, dann aus gründen der werterhaltung von regeln, definitionen, grundsätzen.
die deutsche sprache muss genug über sich ergehen lassen, wird verstümmelt, und kann sich nicht wehren. es gibt genug leute, die an der erhaltung der deutschen sprache interessiert sind. ich übrigens auch. lasst sie erbsenzählen oder krümelkacken, sie meinen es nur gut, mit euch, und eurer muttersprache.
für leute die schon mit der deutschen sprache in schriftform schwierigkeiten haben, lasst es besser mit den englischen versuchen. das hilft auch nicht, dort macht ihr die gleichen fehler
wer fehler findet, darf mich gern drauf hinweisen
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acs24.09.13, 23:29 |