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Missverhältnis

23.05.19, 12:29
gesendet von acs
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Ich find es gut, wenn Menschen für oder gegen etwas demonstrieren, oder einfach nur ihren Standpunkt zu einer Sache klarmachen.



Ich finde es reichlich dämlich, wenn man sich darüber hinaus keine Gedanken über die Durchsetzung macht, oder mal über die Zusammenhänge nachdenkt.



Ein Kernkraftwerk zum Beispiel, es nimmt wenig Platz weg, produziert aber unäbhängig von Wetterlage nahezu pausenlos Strom. Auch Volllastspitzen sind kein Problem. Manko: Wohin mit den Altlasten. Auch darüber hat man sich Gedanken gemacht, ab unter die Erde, ganz ganz tief. Problem fast gelöst. Naja, und dann wäre da noch Tschernobyl, wie gefährlich so ein Kraftwerk doch ist, oder Fukushima. Also macht man es sich einfach, die Dinger müssen weg.



Kohlekraftwerke, sind zwar nicht so gefährlich, sind bei der Effizenz nicht annähernd so gut wie AKW's, aber auch hier unabhängig von Wind und Wetter. Das Problem mit dem Rauch löst man mit Filteranlagen. Die Tagebaustätten lassen sich nach dem Abbau wunderbar als Erholungsgebiete nutzen (siehe nähe Leipzig). Und das, was uns in den Medien immer als extrem rauchende Schornsteine präsentiert wird, sind übrigens Kühltürme. Das was da rauskommt ist Wasserdampf.



Beides kommt dem Endnutzer relativ günstig.



Seit Jahren erklärt man uns, wir sollen Strom sparen, oder auf Ökostrom umsteigen. Der ist aber relativ teuer. Und die ganz findigen unter den Demonstranten plädieren für E-Autos. Mal abgesehen davon, was zur Herstellung der Batterien betrieben wird, fehlt manchen Leuten an dem Punkt offensichtlich das Verständnis von Verhältnissen.



AKW's und Kohlekraftwerke produzieren unseren Strom, und das ist auch gut so. Würden wir den Demonstranten folge leisten, hätten wir ein grosses Problem. Entweder die E-Autos bleiben liegen, oder unsere Haushalte werden ab sofort mit offenem Feuer beheizt und beleuchtet. Achso, geht ja gar nicht, wegen des CO2-Ausstosses. Übrigens macht es nicht viel Sinn, Städte aus Gründen der Solidarität zur Umwelt im dunkeln zu lassen, und symbolisch tausende von Kerzen anzuzünden, oder nach Abschluss der Demo am See grillen zu gehen. Das grenzt schon an Blasphemie. Genauso wie mit alten Dieselautos durch die Wälder zu juckeln, die zwar ein H-Kennzeichen haben, dafür aber keinen Russpartikelfilter. Und hinten leuchtet regelrecht ein Aufkleber: Nein zur Atomkraft... 



Mit Windrädern und Solaranlagen also mehrere Probleme. Das erste. sie brauchen viel Platz, und schön isses auch nicht. Und was die Stromerzeugung angeht, nunja, Solaranlagen sind genau wie Windräder wetterabhängig. Die Sonne scheint nachts nicht, und Wind ist auch nicht immer da. Was die Effizienz angeht, ganz mies, im Verhältnis zum Aufwand. Und teuert ist es obendrein. So, was tun? Noch mehr Windräder, noch mehr Solaranlagen? Alles schön und gut, ans Wetter sind sie aber immernoch gebunden. Heisst also, das nicht ständig Strom produziert wird. Zu Hause also Strom sparen, damit die auf uns zukommende Flut von E-Autos fahren können??



Manche Forderungen sind schon teilweise fahrlässig. Es zeigt auch, das sich viele einfach nur von Politik und Medien lenken lassen, statt mal über Folgen nachzudenken. Die Zusammenhänge sind nicht so schwer zu erkennen.



Schön auch zu sehen, wie sich 3-Liter-SUV's in der Umweltzone vermehren, oder auch die H-Kennzeichen mit veralteter Motorentechnik. Die leittragenden dieser Umstände sind Heimwerker und Lieferanten, die mit ihren Autos/Transportern/LKW's der Willkür von Fahrverboten ausgesetzt sind. Und die Lieferanten von Supermärkten oder die Paketzusteller sind diejenigen, die die Strassen entlasten. Man stelle sich vor, jeder Kunde müsste seine Lieferungen selber holen, oder seinen Einkauf bei den Herstellern selbst abholen. Was dann wohl auf den Strassen loswäre, und der Aufwand, uiuiui. Aber an sowas denkt natürlich keiner, erstmal dagegen demonstrieren und verbieten wollen.



Dies ist nur ein Denkanstoss. Erstmal darüber nachdenken, was man eigentlich fordert, und wie die Alternativen dazu aussehen sollen



 

Stichworte: verhältnismäßigkeit(1), missverhältnis(1), kernkraftwerk(1), solar(1), windkraft(1)

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